Sonntag, 26. September 2010

Der jüdische Festekalender & der Messias

Eigentlich müßte die Überschrift lauten „Gottes Zeitplan und die biblischen Feste“. Oder „Die Offenbarung Gottes Heilsplanes in den festgelegten Zeiten des Alten Testaments“. Es geht um die Feste, welche heute noch im Judentum begangen werden und dessen Begehung im Alten Testament angeordnet wurde:

Pessach – Passah + Fest der ungesäuerten Brote + Erstlingsgarbe
Schawuot – Das Wochenfest

Yom terua – Das Trompetenfest (heute: jüdisches Neujahr)
Yom Kippur – Der Versöhnungstag
Sukkot - Das Laubhüttenfest
Shabbat – Der Ruhetag

Grundlage dieser Feste ist das Gebot Gottes in Leviticus (3.Mose) Vers 23. Dem Volk des Bundes am Berg  Sinai, das ist Israel, wird geboten bestimmte Zeiten einzuhalten, zusammen mit gewissen Vorschriften, wie und wann der jeweilige Zeitpunkt zu begehen ist.

Warum beschäftigen wir (als nicht-Israeliten) uns jetzt mit diesen Festen, die dem Volk Gottes gegeben wurden und sich am landwirtschaftlichen Zyklus orientieren? Um das zu beantworten zitiere ich Paulus. In Kolosser 2 Vers 16 und 17 schreibt er:
So soll euch nun niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen eines Festes oder Neumonds oder Sabbats,
 welche Dinge doch nur ein Schatten derer sind, die kommen sollten, wovon aber Christus das Wesen hat. „
Nein, wir MÜSSEN NICHT diese Feste halten, noch gelten uns die Speise und Reinheitsvorschriften des Gesetzes vom Bund am Berg Sinai. Doch sind sie ein Schatten von Dingen, die kommen sollten (und werden). Sie sind Teil des Wesen Jesu, d.h. diese Feste haben etwas mit dem Werk Jesu und seinem Kommen zutun.
Inwiefern? Fangen wir an!        

Pessach erinnert in erster Linie an die 10 Plagen und den Auszug aus der Sklaverei der Israeliten in Ägypten mit anschließender Wüstenwanderung. Im Mittelpunkt unsere Betrachtung  steht jetzt, dass ein unbeflecktes Lamm hier geopfert wurde, damit die Erstgeburt Israels am Leben blieb (siehe Exodus 12). Das ist ein Bild für Jesu Tod am Kreuz (am 14. Nissan) und dessen rettende Auswirkung, für den der glaubt (Römer 10,9-10).
Am Sonntag der Pessachwoche ist die Darbringung der Erstlingsgarbe. Da es sich hierbei um einen Sonntag handelt, kann man hierin Jesu Auferstehung symbolisiert sehen. Pessach und der Tag der Webegarbe – der erste Akt.
 Der 50. Tag danach ist Schawuot, das Wochenfest. An einem solchen Datum geschah das „Wunder von Pfingsten“, welches ist die Geburtsstunde der Gemeinde Christi.
Das war die Gruppe der „Frühlingsfeste“. Geistlich befinden wir uns immer noch in dieser „Sommerpause“  - dem Zeitalter (Dispensation) der Gemeinde. Mit dem Betrachten der zweiten Gruppe bewegen wir die Deixis in die zeitliche Zukunft.
Nach einer feiertagslosen Phase von ca. vier Monaten ist Yom Terua (Tag des Posaunenblasens in Numeri 29,1/ Feiertag des Erinnerns an das Posaunenblasen in Leviticus 23,24) am 1. Tishri (der 7. Monat). Durch viele Geschichten im Alten Testament steht die Posaune (das Widderhorn) im Zusammenhang mit Krieg, aber auch mit Zusammenkunft und Buße. Der Klang der „letzten Posaune“ aus Korinther 15,52 und 1.Thessalonischer 4,16 steht im Zusammenhangmit der Entrückung der Gemeinde bzw. der Wiederkunft Christi. Wie auch immer man diese Hinweise deuten mag, so rückt dies alles den Tag der Posaune in die Endzeit.
Yom Kippur, der Versöhnungstag, wirft zum einen ein Licht zurück auf die Frühlingsfeste und ihre Erfüllung. Die Vorschriften für diesen Tag im Alten Testament (Leviticus 16) weisen auf Jesus hin, der mit seinem Tod als „Sündenbock“ Sühne erwirkt, andererseits auf die Zerstreuung Israels durch den 2. Bock, der in die Wüste geschickt wird (vgl. Hesekiel 20,35 „ Wüste der Völker“). Zum Andern weißt der Versöhnungstag in die Zukunft, zur Versöhnung Israels mit seinem Messias:
„Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und sie werden bitterlich über ihn weinen, wie man bitterlich weint über einen Erstgeborenen.“
(Sacharja 12,10)
Sukkot, das Laubhüttenfest, ist das dritte der Pilgerfeste, eines der Zeitpunkte Gottes (מועדי יהוה), ein Treffen mit Gott in seiner Stadt. Alle (s. Deuteronomium 16,11) sind eingeladen und man tritt fröhlich in sein Haus. Man ist dankbar in der Erinnerung an die wunderbare Versorgung während der Wüstenwanderung, dankbar für eine ertragreiche Ernte und für das Symbol der Laubhütte als Zeichen der Vorläufigkeit:
„Und es wird dazu kommen, daß alle Übriggebliebenen von all den Nationen, die gegen Jerusalem gezogen sind, Jahr für Jahr heraufkommen werden, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern. „
(Sacharja 14,16)
Das Laubhüttenfest findet also seine Erfüllung im bzw. durch das Millennium, dem Tausendjährigen Friedensreich Christi.
Der Schabbat - der neue Himmel und die neue Erde - verbindet den Anfang mit dem Ende. Er ist das Ziel, die Ewige Ruhe (Offenbarung 21-22).

Für einen Gläubigen des neuen Bundes haben die „Feiertage“ des  Alten Testaments also doch eine Bedeutung. Nicht nur, dass Jesus selbst diese Zeiten beging; nein, sie sind sogar Teil des Wesens Christi und ein Schlüßel zum Verständnis beider, des Alten und des Neuen Testaments.

Freitag, 24. September 2010

Gedanken zur Ersatztheologie und dem Verständnis alttestamentlicher Prophetie

Seit längerem hat mich dieses Thema beschäftigt. Anknüpfungspunkt für meine Auseinandersetzung mit diesem Thema in schriftlicher Form ist der Aufsatz von einem Theologen (Dr.Eckhard J. Schnabel).

    >>lesen<<

Mittwoch, 22. September 2010

Aktion "Postkarten für Carepakete"

Wir, die deutschen Volontäre im Ilan (d.h. Kyrill, Aaron, Eduard, Simeon und ich), starten die Aktion "Postkarten für Carepakete". Um das "Wie" und "Wieso" zu klären, zitiere ich Aaron, der sich auf seinem Blog die Mühe gemacht hat, dieser Aktion eine humoristische Note vorausgehen zu lassen. Bitte nehmt die Satire nicht zu ernst, unser Anliegen hingegen schon:

"Das Schlemmerdilemma
Freue dich nicht auf den Sonntag. Der jüdische Montag müht sich – gleichsam dem westlichen Pendant – sich möglichst mühsam zu gestalten. Und er kennt seine Waffen.
Die Arbeit macht einem willigen Volontär nicht zu schaffen. Der Sonntag setzt an, wo jeder empfindlich ist. Nimmt das, was jeder liebt: Gutes Essen!
Wer es nicht liebt ist so bedauernswert, dass der Sonntag mit müdem Unverständnis über ihn hinwegsieht. Ich stell mich ihm in den Weg, bin nicht zu übersehen. Er greift an.
“Reis als Beilage?”, denke ich, “Lieber Sonntag, so wird das nichts. Bei Reis macht selbst die Großküche keine groben Fehler.”
Okay, er ist ein wenig körnig, aber das stört mich nicht so sehr. Nicht so sehr wie das… Was ist das?
An dieser Stelle beachte man bitte die sorgfältige Betonung jedes einzelnen Wortes. Man stelle sich meinen Blick vor: Er ist auf eine undefinierbare Masse gerichtet, die die Küchenhilfe liebevoll in den Reis geklatscht hat. Die Augen sind derart aufgerissen, dass die Iris im Verhältnis zum Augapfel auf die Größe eines mathematischen Punktes schrumpft.
Einst sagte man mir, es sei Gemüse. Mit der Farbe blutigen Sauerkrauts und der Form von Speisen, die auf komplizierterem Weg den Körper verlassen hatten. Wenn in dieser Masse jemals etwas Gesundes zu finden war, dann ist es jetzt tot.
Die Küchenhilfe ergänzt weiter eine Frischfrikadelle, die mit Fisch in etwa so viel zu tun hat wie der Fishmac im Ammenmärchen. Ein weiterer Fisch sieht nur von oben genießbar aus.
Mutig schiebe ich mir eine Gabel in den Mund. Sie führt beim ersten Mal Reis mit sich – und ein wenig des damit vermengten Gemüses. Der Nachgeschmack erinnert an Erde. Nicht, dass ich besonders oft Erde essen würde, aber er erinnert an sie. An faule Erde. Und woher auch immer der Geschmack gekommen ist: Er ist gekommen um zu bleiben.
Sollte sich mein Deutschlehrer noch unter meiner Leserschaft befinden, so wird es ihm sicher aufgefallen sein: Ich arbeite in diesem Artikel bewusst mit Übertreibungen. Ich möchte jedem einbläuen, wie gräulich die Lage ist und das alles anhand dieser einen Situation. Natürlich bin ich auch zu anderer Zeit ähnlich bedauernswert – das soll sich in die Köpfe schleichen.
Nach dieser manipulativen Anekdote soll nun folgender Teil des Beitrags wie alleinstehend betrachtet werden. Vielleicht wird das Jahr mich in dieser oder jener Hinsicht verändern – ein gesundes Maß an Dreistigkeit werde ich nicht ablegen.


Um den Kontakt nach Deutschland zu erhalten und nicht zum Judentum zu konvertieren, skype ich gern mit Freunden und Verwandten. Manchmal verwirren mich diese eher, anstatt meine Ansichten zu festigen. Fast immer aber laufe ich in die Küche, um kurz darauf das berühmte “Sliced Dark Bread” zu präsentieren. Es handelt sich dabei um eine luftige Verbindung von Mehl und Wasser, die sich ohne Probleme auf ein Zehntel seiner natürlichen Große reduzieren lässt.
Wenn man während dieser Skype-Sitzungen fragt, was ich denn vermisse, folgt die Antwort promt: Das gute deutsche Essen. Ich glaube es gibt keinen Ort auf der Welt, an dem man besser essen kann. Und ich glaube, es gibt ne Menge Orte in Israel, an denen man besseres Essen bekommt. Arme Volontäre sind leider auf ihre Einrichtung angewiesen.
Nicht mit uns! Wir starten die Aktion “Wohlstand” mit einem unglaublichen Angebot:
Postkarten für Carepakete
Unterstüzt die armen Volontäre in ihrer guten Sache – neben Gebet und guter Worte auch ganz materiell. Für jedes Päckchen, dass die Arbeit in der Einrichtung unterstützt und das Essen hier abwechslungsreicher und nahrhafter macht, antworten wir mit einer Karte aus dem Heiligen Land. Das Motiv der Karte wird von dem hauseigenen Fotografen Kyrill Ahlvers geschossen. Das Päckchen darf mit aller Kreativität gefüllt werden, die bis zu 21 Tage Reise übersteht.Sendet es an:
ILAN – Maon Nachim Gilo
Volonteers Flat
30. Zviya Veyitzchak St.
93840 Jerusalem
Wir danken allen Teilnehmern im Voraus und bitten, die Absenderdaten in sauberer Druckschrift aufzutragen, damit auch die Postkarte den Weg zum Empfänger findet."
(Q: http://israel.garons.net/?p=478 )

Montag, 13. September 2010

Kranbesteigung und andere Höhepunkte

Von einigen Rezipienten meines Blogs habe ich erfahren, dass kurze und komprimierte Artikel (mit vielen Bildern) präferiert würden. Es folgt nun also eine komprimierte Zusammenfassung der nenneswerten Ereignisse ab Mitte August:
Ein sprichwörtlicher Höhepunkt war die Besteigung des sich in Gilo befindlichen Baukranes (beim Uptown Center) vor Sonnenaufgang am 19. August. Für mich war es das dritte mal, dass ich diesen Kran an einem stillgelegten Bauprojekt bestieg und es ging mir viel mehr darum, meine neuen WG-Genossen den wohl bestens Aussichtspunkt ganz Jerusalems zu zeigen. An dieser Stelle möchte ich auf den Blog meines WG-Mitbewohners Kyrill A. hinweisen, welcher zu diesem Anlass "gepostet" hat
Das jährliche Bierfestival sei in diesem Rahmen genannt, wobei die Örtlichkeit (der alte Bahnhof Jerusalems) nicht mit dem Standort vom letzten Jahr (Independencepark) mithalten konnte. Viele Länder, viele Biere und eine Menge Menschen - viel mehr gibt es da auch nicht zu sagen (vgl. Blog von Hagen).






Einen Tag vor dem Seminar meines Trägers  am See Genezareth haben ein paar Mitvolontäre und ich uns aufgemacht, um durch den Yehudya Nationalpark zu wandern bzw. zu schwimmen. Schöne Bilder und die ganze Geschichte mal wieder nachlesbar auf Kyrills Blog.

                                                                                 Das anschließende Seminar mit der Unterbringung in der "Karei Deshe" (Übesetzt: Auenland ?) beinhaltete die Besichtigung des katholischen Dialogzentrums Domus Gelilaeae und dem Berg der Seligpreisungen etc. Dabei beschäftigten wir uns mit Jesus, wie er in den vier Evangelien beschrieben durch die Gegend am und auf dem See Genezareth wandelte und dem 5. Evangelium, der Landschaft. Es ist wahr, dass gewisse Dinge einem erst aufleuchten ,wenn man das Umfeld betrachtet, in welchem Jesus seine Bekannten Worte gesprochen hat.





Im September reisten Volontäre sogar aus Petach Tikva an um vom 5. auf den 6. September den Geburtstag eines meiner WG-Genossen zu feiern. Zu diesem Anlass wurde die traditionelle Ruine bei der Quelle Ein Niftoach aufgesucht.

Erwähnenswert wären jetzt noch die Feiertage (Tag der Posaune/Rosh Hashana und Yom Kippur), welche dieses Jahr auf die vergangenen  und kommenden Tage (9./10. + 18. September) gefallen sind.

Danke für euer Interesse!



Zum Schluss zwei Hinweise:
1. Die Formatierung der Texte mit den Bildern, wie sie meine erlauchte Leserschaft zu Augen bekommt, ist nicht wie ich es mir gedacht habe. Es wird wohl an Blogger oder an dem Theme liegen, das ich verwende.
2.Am linken Rand auf meinem Blog befinden sich die Links zu einem großen Teil meiner Volontärs-Kollegen. Wem ich also zu wenig schreibe, der möge sich an den heiteren Formulierungen anderer, ebenso verlauster, Volontäre vergnügen.

Freitag, 10. September 2010

Der Schabbat und seine Bedeutung

Für manchen Leser mag die Frage in seinem Kopf aufgekommen sein, warum ich über alle wichtigen jüdischen Feiertage berichtet, nur noch nichts zum Schabbat geschrieben habe. Diese Frage habe ich mir jedoch auch schon gestellt und ebenso keine Antwort gefunden, weshalb ihr jetzt aufhören könnt, euch das zu fragen. Ein anderer Grund, warum ihr euch nicht mehr um diese Frage kümmern müsst, ist der, dass ich jetzt die Absicht habe, etwas zum Schabbat zu schreiben.

In einem jüdischen Haushalt werden die letzten Vorbereitungen Freitag Nachtmittag getroffen: Das Essen wir zubereitet und dauerhaft bis Samstag warm gehalten. Es wird geputzt, gereinigt und die letzten Dinge eingekauft, denn am Shabbat werden keine Geschäfte abgeschlossen. Für das rabbinische Judentum beginnen die Regelungen für Schabbat schon vor dem Sonnenuntergang am Freitagabend. Insgesamt gibt es viele Regeln was zu tun und zu lassen ist, wobei dass Verbot immer schwerer wiegt als das Gebot. Häufig gehen die Männer in die Synagoge um den Schabbat-Eingang zu begehen während die Frauen zu Hause den Tisch decken und die Kerzen anzünden (spätestens 18 Minuten vor Sonnenuntergang. Lokale Zeiten >>hier<< einsehbar ). Für fast alles in diesem Vorgang gibt es einen Segensspruch, der damit beginnt, dass man Gott lobt und ihn für das jeweilige Gebot dankt.

Beispiel:
Segen über die Schabbat Kerze

Barukh attah Adonai eloheinu melekh ha-olam,
asher kideshanu bemitzvotav ve-tsivanu l'hadlik
ner shel shabbat.

Gelobt bist du, HERR, unser Gott, König der Welt, der uns geheiligt hat mit seinen Geboten und uns Geboten hat die Schabbat-Kerze zu entzünden.

Die Ordnung (Siddur) für den Schabbat-Empfang (Kabalat Schabbat) in der Synagoge läuft folgendermaßen ab:

-Psalm 95-99, 29 (teilweise gesungen, teilweise still gebetet oder laut gesprochen)
-Lied „Lecha Dodi“  >>>>>>>>>>>
(der ganze Text mit transliteration >>hier<<)



-Psalm 92 + 93
-Abendgebet des Schabbat
(enthält Danksagungen und Bitten für Umkehr,
Heilung, Rückkehr nach Israel, Ankunft des Messias
und die Wiederherstellung des Tempels und dessen
Gottesdienstes, Frieden, etc.)






Das klingt zwar wie ein Nachtprogramm, jedoch ermöglicht die jahrhundertelange Übung ein Lesen und Singen mit einer Geschwindigkeit, die es einem Außenstehenden nur schwer möglich macht, Schritt zu halten und dem geübten Synagogengänger nach ca. 1 ½ Stunden wieder bei seiner Familie zu sein.
Zuhause angekommen beginnt dann der familiäre Teil des Schabbatabends:
-Lied „Schalom Aleichem“ (Man heißt die Engel des Schabbats willkommen)
-Lied/ Spruch „Lob des Hausfrau“, Sprüche 31
-Segen über den Wein
-Hände waschen – natürlich nicht ohne Segensspruch….
-Segen über das Brot (2 Leibe „Challa“ – als Erinnerung an die 2 Gesetzestafeln und daran, dass man am Freitag die doppelte Menge an Manna sammeln dufte )

Dann wird gegessen. Der große Teil des Tischgebets folgt nach dem Essen, wenn alle zu viel gegessen haben um wegzulaufen ;)
Nein, ernsthaft. Es handelt sich um ein wunderschönes Gebet des Dankes mit der Bitte um Jerusalem, Wertschätzung für Frau und Familie, etc.
Damit endet der Zeremonielle Teil des Freitagabends. Wie an jedem Wochentag gibt es am Schabbat morgens, mittags und abends Gebete, wenngleich sie am Schabbat leicht verändert sind.


Die Bedeutung des Schabbats, aus jüdischer Sicht und ganz prinzipiell biblisch gesehen, ist sehr vielschichtig. Schabat bedeutet Gott „sitzt“ und regiert. Der Mensch hat einen Tag für Gott und seine Familie, und bekommt einen Vorgeschmack auf die Ewigkeit bei Gott. Schabbat ist die Grundlage für alle anderen Feste des HERRN und verbindet den Anfang mit dem Ende. Doch schauen wir uns das einmal genauer an.

Im ersten Schöpfungsbericht (Gen 2,2ff) lesen wir von Gott, dass er „ruhte“. Das Wort (וישבת) kommt von der Wurzel  (ש ב ת) und ist damit mit dem Schabbat (ebenso שבת ) rein lexikalisch schon verbunden. Schäwät, eine weitere Vokalisierungsmöglichkeit der Wurzel „Schabat“, bedeutet übersetzt „(das) Sitzen“ oder „Herrschaft“. Gott schuf durch sein Wort (vgl. Johannes 1) und „setzte sich“, er regiert. Aus Apostelgeschichte 2,33-25 (bzw. Ps110) wissen wir, dass diese Herrschaft Jesus übergeben wurde und einst in dieser Welt sichtbar sein wird. Der Schabbat ist der 7. Tag. „Sieben“ (hebräisch שבע) ist mit der Wurzel des Wortes „schwören“ verbunden. Gott bekräftigt seine Aussagen mit dieser Zahl durch die ganze Bibel hindurch.
Der Schabbat ist zudem das Zeichen für den Bund Gottes mit Israel am Berg Sinai (Ex 31,14ff). Ihn zu bewahren und zu heiligen ist Teil der Zehn Gebote und wird immer wieder als ein solches in den 5 Büchern Moses beschrieben. Mehr noch, ich wage gar zu sagen, er gehört zum Wesen Gottes (siehe Kol 2,17).
In seiner prophetischen Bedeutung der Versöhnung und Wiederherstellung ist der Schabbat mit allen anderen Festen des AT verbunden. Er ist das Ziel! In Kolosser 2,16ff lesen wir zudem, dass jene Feste ein „Schatten“ auf zukünftige Dinge sind, doch damit möchte ich mich ein andermal beschäftigen…
Es gibt alle 7 Jahre ein Schabbatjahr.
Alle 7x7+1 Jahre ist das Jubel- oder Erlassjahr, auf dessen tiefer Bedeutung ich hier auch nicht eingehen möchte.
Beide aber, das Schabbatjahr und das Erlassjahr, sind mit der Vorstellung des Schabbats verbunden und lehren uns Vertrauen auf Gott: Damals in einem Land, in welchem man auf Regen angewiesen war (und ist) wie sonst kaum auf der Welt, sowie heute, wo sich Berge des Essens in den Supermärkten vor unserer Haustür türmen.
Fassen wir zusammen. Der Schabbat ist:
1.       -zur Erinnerung an die Schöpfung als Grundlage aller bibl. Lehre (Ex 31,12ff)
2.      - ein Tag um Gottes Wort zu studieren (Deut 6,4ff)
3.      - lehrt Gott zu vertrauen
4.       -ein Vorgeschmack auf die Ewigkeit (Off 22)

      Der geneigte Leser darf sich jetzt noch fragen, was er so sinnvolles nächsten Samstag bzw. Sonntag vor hat und überlegen, ob er vllt. ein schlechtes Gewissen haben sollte......