Eigentlich müßte die Überschrift lauten „Gottes Zeitplan und die biblischen Feste“. Oder „Die Offenbarung Gottes Heilsplanes in den festgelegten Zeiten des Alten Testaments“. Es geht um die Feste, welche heute noch im Judentum begangen werden und dessen Begehung im Alten Testament angeordnet wurde:
Pessach – Passah + Fest der ungesäuerten Brote + Erstlingsgarbe
Schawuot – Das Wochenfest
Yom terua – Das Trompetenfest (heute: jüdisches Neujahr)
Yom Kippur – Der Versöhnungstag
Sukkot - Das Laubhüttenfest
Shabbat – Der Ruhetag
Grundlage dieser Feste ist das Gebot Gottes in Leviticus (3.Mose) Vers 23. Dem Volk des Bundes am Berg Sinai, das ist Israel, wird geboten bestimmte Zeiten einzuhalten, zusammen mit gewissen Vorschriften, wie und wann der jeweilige Zeitpunkt zu begehen ist.
Warum beschäftigen wir (als nicht-Israeliten) uns jetzt mit diesen Festen, die dem Volk Gottes gegeben wurden und sich am landwirtschaftlichen Zyklus orientieren? Um das zu beantworten zitiere ich Paulus. In Kolosser 2 Vers 16 und 17 schreibt er:
„So soll euch nun niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen eines Festes oder Neumonds oder Sabbats,
welche Dinge doch nur ein Schatten derer sind, die kommen sollten, wovon aber Christus das Wesen hat. „
Nein, wir MÜSSEN NICHT diese Feste halten, noch gelten uns die Speise und Reinheitsvorschriften des Gesetzes vom Bund am Berg Sinai. Doch sind sie ein Schatten von Dingen, die kommen sollten (und werden). Sie sind Teil des Wesen Jesu, d.h. diese Feste haben etwas mit dem Werk Jesu und seinem Kommen zutun.
Inwiefern? Fangen wir an!
Pessach erinnert in erster Linie an die 10 Plagen und den Auszug aus der Sklaverei der Israeliten in Ägypten mit anschließender Wüstenwanderung. Im Mittelpunkt unsere Betrachtung steht jetzt, dass ein unbeflecktes Lamm hier geopfert wurde, damit die Erstgeburt Israels am Leben blieb (siehe Exodus 12). Das ist ein Bild für Jesu Tod am Kreuz (am 14. Nissan) und dessen rettende Auswirkung, für den der glaubt (Römer 10,9-10).
Am Sonntag der Pessachwoche ist die Darbringung der Erstlingsgarbe. Da es sich hierbei um einen Sonntag handelt, kann man hierin Jesu Auferstehung symbolisiert sehen. Pessach und der Tag der Webegarbe – der erste Akt.
Der 50. Tag danach ist Schawuot, das Wochenfest. An einem solchen Datum geschah das „Wunder von Pfingsten“, welches ist die Geburtsstunde der Gemeinde Christi.
Das war die Gruppe der „Frühlingsfeste“. Geistlich befinden wir uns immer noch in dieser „Sommerpause“ - dem Zeitalter (Dispensation) der Gemeinde. Mit dem Betrachten der zweiten Gruppe bewegen wir die Deixis in die zeitliche Zukunft.
Nach einer feiertagslosen Phase von ca. vier Monaten ist Yom Terua (Tag des Posaunenblasens in Numeri 29,1/ Feiertag des Erinnerns an das Posaunenblasen in Leviticus 23,24) am 1. Tishri (der 7. Monat). Durch viele Geschichten im Alten Testament steht die Posaune (das Widderhorn) im Zusammenhang mit Krieg, aber auch mit Zusammenkunft und Buße. Der Klang der „letzten Posaune“ aus Korinther 15,52 und 1.Thessalonischer 4,16 steht im Zusammenhangmit der Entrückung der Gemeinde bzw. der Wiederkunft Christi. Wie auch immer man diese Hinweise deuten mag, so rückt dies alles den Tag der Posaune in die Endzeit.
Yom Kippur, der Versöhnungstag, wirft zum einen ein Licht zurück auf die Frühlingsfeste und ihre Erfüllung. Die Vorschriften für diesen Tag im Alten Testament (Leviticus 16) weisen auf Jesus hin, der mit seinem Tod als „Sündenbock“ Sühne erwirkt, andererseits auf die Zerstreuung Israels durch den 2. Bock, der in die Wüste geschickt wird (vgl. Hesekiel 20,35 „ Wüste der Völker“). Zum Andern weißt der Versöhnungstag in die Zukunft, zur Versöhnung Israels mit seinem Messias:
„Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und sie werden bitterlich über ihn weinen, wie man bitterlich weint über einen Erstgeborenen.“
(Sacharja 12,10)
Sukkot, das Laubhüttenfest, ist das dritte der Pilgerfeste, eines der Zeitpunkte Gottes (מועדי יהוה), ein Treffen mit Gott in seiner Stadt. Alle (s. Deuteronomium 16,11) sind eingeladen und man tritt fröhlich in sein Haus. Man ist dankbar in der Erinnerung an die wunderbare Versorgung während der Wüstenwanderung, dankbar für eine ertragreiche Ernte und für das Symbol der Laubhütte als Zeichen der Vorläufigkeit:
„Und es wird dazu kommen, daß alle Übriggebliebenen von all den Nationen, die gegen Jerusalem gezogen sind, Jahr für Jahr heraufkommen werden, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern. „
(Sacharja 14,16)
Das Laubhüttenfest findet also seine Erfüllung im bzw. durch das Millennium, dem Tausendjährigen Friedensreich Christi.
Der Schabbat - der neue Himmel und die neue Erde - verbindet den Anfang mit dem Ende. Er ist das Ziel, die Ewige Ruhe (Offenbarung 21-22).


