
Dieses Mal waren wir im „Bet Rutenberg“ in Haifa untergebracht. Das "Rutenberg Institut" hat seinen Namen von Pinchas Ruthenberg, der ein Zionist und Pionier beim Aufbau Haifas war. Dieser vermachte seinen ganzen Besitz einer Stiftung, die sich der Förderung und Ausbildung von Jugendlichen widmet und als Pionier-Organisation auch den deutsch-israelischen Dialog initiierte.
Das Thema des Seminars war "Messias Ertwartung und die verschiedenen jüdischen Strömungen".
Von Dr. Stern bekame wir eine Übersicht über die verschiedenen Strömungen:
Das Reformjudentum entwickelte sich im 19. Jahrhundert als eine Anpassung an die christliche Umgebung. Diese Gemeinde heißen heute liberal oder "Gemeinde mosaischen Glaubens". Traditionen, Gebete und Lehre wurden z.T. stark verändert.
Das konservative Judentum versucht den Spagat zwischen Orthodoxie und Reformjudentum, indem es die Gesetze an das moderne Leben anpasst.
Orthodoxe(15% der jüd. Bev. Israels) und ultra-orthodoxe(25% der jd. Bev. Israels)richten sich streng nach der Halacha (Kodex aller 613 Gesetze der Thora[der 5. Bücher Mose]).
Ein Ansatz, theologisch zwischen orthodox und ultra-orthdox zu unterscheiden ist,
dass bei orthodoxen gilt, was nicht ausdrücklich in der Bibel verboten ist, ist somit erlaubt, während ultra-orthodoxe davon ausgehen: was nicht in der Bibel ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten .
Eine Trennung in Osteuropa im 18. Jahrhundert führte dazu, dass man heute in der Orthodoxie zwischen Chassidim und Midnagdim unterscheidet. Der Chassidismus ist vom Wesen vergleichbar mit der Enstehung des protestantischen Pietismus'.
Allgemein zeichnen sich die Orthodoxen Strömungen durch einen starken Messianismus aus.
Hier lag auch ein Schwerpunkt im Seminar. Wir hörten von Anhängern der Chabad-Bewegung, warum ihre Richtung so messias-orientiert ist, und warum sie meinen, dass ein gewisser Rabbi Lubatitch der Messias gewesen sei.
Es gibt noch weitere Unterteilungen und Kategorien, doch um darüber schreiben zu können braucht es mehr als ein Seminar.
Als verschwindend kleine Randgruppen im Judentum seien auch noch die Samaritaner und Karaiten gennant, welche sich in gewißen Punkten stärker von den anderen jüdsichen Strömungen unterscheiden.
Eine übersichtlichere Überischt hat mein Volo-Kollege Phillip auf seinen Blog gestellt.
>>hier klicken<< Natürlich besichtigten wir auch die Überreste der von den Templern gegründeten"Deutschen Kolonie" in Haifa, und die Bahaigärten, die Pilgerstätte
einer recht jungen Religion mit ca. 8 Millionen Anhängern weltweit, den Bahai.