Dienstag, 23. März 2010

Seminar auf dem Berg Carmel

Vom 19. Bis zum 21. März fand mal wieder ein Seminar unseres Trägers (Dienste in Israel e.V.) statt.

Dieses Mal waren wir im „Bet Rutenberg“ in Haifa untergebracht. Das "Rutenberg Institut" hat seinen Namen von Pinchas Ruthenberg, der ein Zionist und Pionier beim Aufbau Haifas war. Dieser vermachte seinen ganzen Besitz einer Stiftung, die sich der Förderung und Ausbildung von Jugendlichen widmet und als Pionier-Organisation auch den deutsch-israelischen Dialog initiierte.
Das Thema des Seminars war "Messias Ertwartung und die verschiedenen jüdischen Strömungen".

Von Dr. Stern bekame wir eine Übersicht über die verschiedenen Strömungen:


Das Reformjudentum entwickelte sich im 19. Jahrhundert als eine Anpassung an die christliche Umgebung. Diese Gemeinde heißen heute liberal oder "Gemeinde mosaischen Glaubens". Traditionen, Gebete und Lehre wurden z.T. stark verändert.

Das konservative Judentum versucht den Spagat zwischen Orthodoxie und Reformjudentum, indem es die Gesetze an das moderne Leben anpasst.

Orthodoxe(15% der jüd. Bev. Israels) und ultra-orthodoxe(25% der jd. Bev. Israels)richten sich streng nach der Halacha (Kodex aller 613 Gesetze der Thora[der 5. Bücher Mose]).
Ein Ansatz, theologisch zwischen orthodox und ultra-orthdox zu unterscheiden ist,
dass bei orthodoxen gilt, was nicht ausdrücklich in der Bibel verboten ist, ist somit erlaubt, während ultra-orthodoxe davon ausgehen: was nicht in der Bibel ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten .

Eine Trennung in Osteuropa im 18. Jahrhundert führte dazu, dass man heute in der Orthodoxie zwischen Chassidim und Midnagdim unterscheidet. Der Chassidismus ist vom Wesen vergleichbar mit der Enstehung des protestantischen Pietismus'.
Allgemein zeichnen sich die Orthodoxen Strömungen durch einen starken Messianismus aus.
Hier lag auch ein Schwerpunkt im Seminar. Wir hörten von Anhängern der Chabad-Bewegung, warum ihre Richtung so messias-orientiert ist, und warum sie meinen, dass ein gewisser Rabbi Lubatitch der Messias gewesen sei.


Es gibt noch weitere Unterteilungen und Kategorien, doch um darüber schreiben zu können braucht es mehr als ein Seminar.
Als verschwindend kleine Randgruppen im Judentum seien auch noch die Samaritaner und Karaiten gennant, welche sich in gewißen Punkten stärker von den anderen jüdsichen Strömungen unterscheiden.
Eine übersichtlichere Überischt hat mein Volo-Kollege Phillip auf seinen Blog gestellt.
>>hier klicken<< Natürlich besichtigten wir auch die Überreste der von den Templern gegründeten"Deutschen Kolonie" in Haifa, und die Bahaigärten, die Pilgerstätte
einer recht jungen Religion mit ca. 8 Millionen Anhängern weltweit, den Bahai.

Mittwoch, 17. März 2010

Über eine uralte Prophezeiung, fliegende Steine und was das alles mit Baguettes zutun hat

Wie man dem Blog meines Volo-Kollegen (Thorschten) gestern bereits entnehmen konnte, ist es schon wieder heiß auf Jerusalems Straßen. Nicht nur, dass schon wieder um die 20°C (und mehr)herrschen, sondern auch die Gemüter aufgeheizt sind.
Die Fakten:

1)Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu hat dem Bau von 1.600 Wohneinheiten im Jerusalemer Stadtteil "Ramat Shlomo" bewilligt. Weil dieser Stadteil nun aber im Osten Jerusalems liegt, heißt es, dass Israel alle Friedensbemühungen torpediere, in dem es den Stop des Siedlungsbaus nicht einhalte.

2)In der Altstadt Jerusalems wurde eine alte Synagoge wiederaufgebaut und die Tage auch eingeweiht. Es handelt sich hierbei um die Hurva (bed. Ruine) Synagoge. Diese wurde schon zwei mal zerstört (1721 & 1948) und nun wieder aufgebaut. Die Palästinenser trugen Sorge, dass der Wiederaufbau der Hurva den (300 meter enfernten) Tempelberg mit den darauf befindlichen islamischen Heiligtümern beschädigen könnte. Zudem hat Rabbi Elijah ben Shlomo Zalman (Vilna Gaon) im 18. Jahrhundert prophezeit, dass wenn die Hurva zum dritten mal wiederaufgebaut wird, auch der Wiederaufbau des Tempels anfange. Also fürchtete nun die religiöse Führung der Moslems in Jerusalem, dass Israel Hand an den Tempelberg legen werde, und schürte den Hass in der moslimischen Bevölkerung Jerusalems.


3)Das eine oder das Andere, aber wahrscheinlich eine Sythese aus beidem, führte dazu, dass sich wieder Palästinenser mit israelischen Sicherheitskräften Straßenschlachten liefern und die religiöse bzw. politische Führung der Palästinenser mit einer 3. Intifadah droht. Diese Ereignisse haben es sogar in die Deutschen Nachrichten geschafft.

Nun war ich also am Mittwoch abend auf dem Heimweg vom Hauskreis. Jener fand als Begegnungsabend mit einer Reisegruppe aus Theologiestudenten im Paulushaus statt. Das Paulushaus ist ein Teil der Schmidtschule, welche direkt vor dem Damaskustor der Altstadt steht. Es wurden auch in dieser Nacht wieder starke Sichheitsvorkerungen in und um die Altstadt getroffen, sodass ich (in Begleitung einiger Volo-Kollegen) auf jenem Heimweg vor dem Damaskustor eine Gruppe von Sondereinsatzkräften rumsitzen sah. Als wir an ihnen vorbei gingen grüßte ich sie und wünschte einen schönen Abend. Wir sahen offensichtlich aus wie Touristen, weshalb ein Polizist überrascht war, dass ich ihn auf Hebräisch gegrüß hatte. Er sagte mir, ich solle näher kommen, und fragte mich dann, ob ich Tourist sei. Ich erzählte ihm, dass wir Volontäre seien und was wir taten. Ich erkundigte mich, wie seine Schicht so lief und ob es heute Abend ruhig sei. Sichtlich erfreut griff er in eine Kiste und holte einen haufen belegte Baguettes heraus und gab sie uns.
Begegnungen wie diese lassen mich spüren, dass mein Dienst in Israel wahrgenommen und wertgeschätzt wird.

Dies ist auch ein Gruß an alle Lieben daheim: Es geht mir gut und ich fühle mich sicher in Israel und in Gottes Hand.
Während ich diese Zeilen verfasse, lasse ich mir jenes Baguett schmecken.

Mittwoch, 10. März 2010

Hinweis

Ich möchte hier einmal ausdrucklich empfehlen, die Blogs meiner Volo-Kollegen (bzw. WG-Mitbewohner) zu lesen. Während ich eher schreibfaul bin und genau auswähle, worüber ich schreibe, befassen sich die Einträge der Blogs meiner Volonär-Kollegen mit noch anderen Themen, bzw. schreiben logischer Weise aus einer anderen Perspektive. Meine Mitbewohner (und zugleich Volo-Kollegen) sind:
Lennart
Philip
Johannes
Viel Spaß beim Lesen!