Sonntag, 20. September 2009

Rosh Hashanah – Das jüdische Neujahr

Der Schritt ins Jahr 5770 nach jüd. Zeitrechnung.
Die biblische Bezeichnung ist eigentlich „Tag des Posaunenschalls“. Der erste Monat im jüd. Kalender ist zwar der Nissan, aber man feiert dieses Fest mit dem Namen "Rosh Hashanah (Kopf des Jahres) am 1. Tishri, denn das ist das Datum, an welchem man es feiern soll (siehe hierzu 3.Mose 23, 4-5 und 4. Mose 29,1 oder hier klicken).
Anders als bei uns liegt der Schwerpunkt an Neujahr auf dem Bilanzziehen und Buße tun. An jenen zwei Tagen gibt es bestimmte Gebräuche. Hier nur ein Paar:
-An Rosh Hashana wird folgendes aus dem Tnach (AT) gelesen:
• 1.Tag: Genesis 21; Numeri 29,1-6
1 Samuel 1,1 bis 2,10
• 2.Tag: Genesis 22; Numeri 29,1-6
Jeremia 31,2-20
-Neben einer bestimmten Gebetsordnung herrscht in den Synagogen die Farbe Weiß vor. (Am Rande bemerkt: Es ist unglaublich, wie lange 4 Stunden Gottesdienst in einer Synagoge sein können, wenn man weniger als die Hälfte der Worte versteht…..)
-Das Essen an den Rosh HaShanah Tagen hat eine Symbolik. Nicht nur, dass man fasst alles in Honig tunkt, sondern auch dass gewisse Gemüsesorten, auf Grund ihrer Ähnlichkeit zu anderen hebräischen Worten (man liebt das Wortspiel) eine Sonderbehandlung bekommen. Das lasse man sich jedoch am besten von sprachkundigen Juden erklären….
-Man wünscht sich allerhand tolle Dinge wie:
„ein gutes und süßes Neues Jahr“ und dass man ins Buch der Lebenden eingeschrieben sein möge, und dass nicht erst nach den 10 Bußtagen.
-Der wohl bekannteste Brauch ist das Stoßen ins Shofar. Es handelt sich hierbei um ein Widderhorn und keine Posaune! Das hat eine sehr starke Symbolik, die ich kaum vermag gänzlich zu erfassen:
Es gibt verschiedene Klänge, die mit dem Shofar erzeugt werden:
• Tekia: der gerade Ton
Der Überlieferung nach wurde (in der Wüste?) Tekia geblasen, um viele Menschen an einem Ort zu versammeln
• Terua: der gebrochene Ton
Der gebrochene erschüttert und rüttelt auf, setzt in Bewegung.
So wie Tekia an einem Punkt versammelt, erschüttert Terua die Seele eben an diesem Punkt. Terua ruft dich auf zu Prüfen, ob dein Innerstes vor Gottes Thron bestehen könnte.
(Selbstläuterung, Selbstrichten vor dem Richter)
• Tekia: der schlußgerade Ton
im Lager rief er auf, zum Weiterziehen in eine bestimmte Richtung
er sammelt die durch Terua erschütterte Seele.
Zu erst erwähnt wird es in 2. Mose 19, 18-19. Es hat also etwas mit Gottes Bund mit Israel zutun. Das Shofar ist ein Widderhorn. Die wohl bekannteste bibl. Geschichte mit einem Widder ist die, als Abraham Isaak opfern sollte und ein Widder an seiner Statt geopfert wurde. Eine prophetische Symbolik für das 1. Kommen Jesu ist also auch enthalten. Als nächstes kommt einem die Stelle in Sacharia 9,14 in den Sinn. Der Tag, an dem Gott Gericht halten wird und die 2. Wiederkunft Jesu (siehe auch Zefania 1,14-16, Jesaia 27,13
Bei der Menge an messianischer Symbolik frage ich mich, warum wir Christen dieses Fest nicht mehr feiern…..
Bei dem ich jetzt Interesse geweckt habe, der findet im Internet eine Menge ausführliche Informationen wie z.B. auf http://www.de.chabad.org (der Artikel bei “Wikipedia“ ist nicht so sehr aufschlussreich)
Bleibt mir nur allen Lieben in Deutschland ein gutes und süßes Neues Jahr zu wünschen.

Ps: es hat an beiden Rosh HaShanah Tagen geregnet. Das ist in Jerusalem eher unüblich und unglaublich wertvoll. Bitte betet weiter für Kraft für meinen Dienst und für Israel, dass Gott es segnen möge und noch mehr Regen schenke.

Samstag, 19. September 2009

Es regnet in Jerusalem

Gelobt sei der HERR. Danket ihm, denn er gibt zu seiner Zeit! Er zeigt sich gnädig seinem Volk, zur Ehre seines Namens, damit die Welt erkennt, dass der HERR Gott ist, der Gott Israels.

Jetzt mal unter uns. Wer hat denn schon wieder vor Sukkot angefangen für Regen zu beten?

Donnerstag, 17. September 2009

Seminar am See Genezareth

Auf Grund meiner 40 Stundenwoche und anderer Alltäglichkeiten komme ich selten dazu, etwas zu schreiben. Dabei macht es jetzt sogar mal wieder Sinn. Letztes Wochenende, also vom 11.09. bis zum 13.09. hatten wir (also alle derzeitigen Volontäre von Dienste in Israel) nämlich ein Seminar am See Genezareth, genauer: in Karei Deshe. Wir wurden in einer Jugendherberge untergebracht, die sich auch hätte Hotel nennen können. Allen Planenden in Bezug auf eine Israelreise sei diese Unterbringung wärmstens empfohlen.
Am ersten Abend hatten wir einen bunten Abend aber schon am nächsten Tag besuchten wir „Nazareth Village“ in Nazareth, eine Nachbildung eines Dorfes aus Jesu Zeit und Kana, wo man natürlich eine Kirche besichtigen und Wein kaufen konnte. Nachmittags konnten Interessierte noch Kapernaum besichtigen, Petrus‘ Wohnort.
Am Sonntag hatten wir einen Freiluftgottesdienst und die Heimreise wurde angetreten.
In diesen Tagen lernten wir viel über die Umgebung und den See an sich und wir schauten auf die Lebensabschnitte Jesu am See Genezareth.

ps: Biler lade ich grundsätzlich bei picasa hoch. Ihr findet die Alben dann unter: http://picasaweb.google.com/bergyinisrael